Foto: Mika Kirsi
07./08.11.2026 | Spotlight Gitarrenstudium im Norden
Otto Tolonen ist Professor an der Musikhochschule Lübeck.
Otto Tolonen (geb. 1980, Finnland) begann seine internationale Karriere mit dem Gewinn zahlreicher erster Preise bei insgesamt 20 internationalen Gitarrenwettbewerben zwischen 1995 und 2009, darunter der Andrés-Segovia-Wettbewerb (Herradura, Spanien), der Markneukirchen-Wettbewerb (Deutschland), der Tokyo International Guitar Competition sowie der Guitar Foundation of America Competition.
Tolonen ist ein aktiver Solo- und Kammermusiker, der in ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie in Japan aufgetreten ist. Sein Repertoire umfasst eine außergewöhnlich breite stilistische Bandbreite. In seiner künstlerischen Arbeit verfolgt er konsequent höchste Qualitätsansprüche und bewegt sich souverän zwischen der komplexen Polyphonie der chromatischen Fantasien John Dowlands, den vielschichtigen spektralen Texturen von Tristan Murails Tellur sowie den nuancierten französischen Klangwelten von Komponisten wie Georges Migot und Gustave Samazeuilh.
Als Gitarrist mit umfangreicher Lehrerfahrung ist Tolonen Professor an der
Musikhochschule Lübeck und war zuvor von 2018 bis 2023 Professor an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo. Er hat Meisterkurse weltweit unterrichtet, unter anderem in Finnland, Brasilien, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Norwegen, Russland, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.
In den letzten Jahren hat sich Tolonens künstlerischer Schwerpunkt zunehmend auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts verlagert. Seine international gefeierten Interpretationen der Gitarrenwerke Hans Werner Henzes haben ihn zu einem gefragten Interpreten dieses Repertoires gemacht. 2015 veröffentlichte er eine Einspielung von Henzes monumentalem Royal Winter Music, die von der Finnischen Rundfunkanstalt für die Auszeichnung „Aufnahme des Jahres“ sowie für den Emma Award in Finnland nominiert wurde. Zudem wurde sie von einer führenden finnischen Tageszeitung zu den besten Aufnahmen des Jahres gezählt. Sein jüngstes Album Retratos (2018) wurde von der Helsingin Sanomat, der führenden Tageszeitung Finnlands, als „larger than life“ beschrieben.
Neben seinen Studien bei Jukka Savijoki und Timo Korhonen an der Sibelius-Akademie arbeitete er mit Raphaella Smits in Belgien, Thomas Müller-Pering und Jürgen Ruck in Deutschland sowie Oscar Ghiglia in Italien.
Zu seinen aktuellen künstlerischen Interessen zählen wiederentdecktes Repertoire aus historischen und zeitgenössischen Quellen, Musikphilologie, interdisziplinäre Projekte sowie erweiterte Spieltechniken. Er teilt sein Berufsleben zwischen Konzerttätigkeit, Einspielungen und Lehre.
