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	<title>Artikel &amp; Interviews | GitarreHamburg</title>
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	<description>Informationsplattform für Gitarreninteressierte</description>
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		<title>Left Hand Guitar Pieces-Project &#8211; Interview mit Nicola Yasmin Stock</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/left-hand-guitar-pieces-project-interview-mit-nicola-yasmin-stock/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2020 19:52:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GitarreKonkret: Nicola, du hast ein Projekt gestartet, bei dem du Komponist*innen dazu aufgerufen hast, Gitarrenstücke ausschließlich für die linke Hand zu schreiben. Wie ist es dazu gekommen? Nicola Yasmin Stock: [&#8230;]</p>
Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/left-hand-guitar-pieces-project-interview-mit-nicola-yasmin-stock/">Left Hand Guitar Pieces-Project &#8211; Interview mit Nicola Yasmin Stock</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14244" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-14244" decoding="async" class="size-medium wp-image-14244" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2020/10/Nicola-Yasmin-Stock-klein-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><p id="caption-attachment-14244" class="wp-caption-text">Foto: Susanne Diesner</p></div>
<p><strong>GitarreKonkret: Nicola, du hast ein Projekt gestartet, bei dem du Komponist*innen dazu aufgerufen hast, Gitarrenstücke ausschließlich für die linke Hand zu schreiben. Wie ist es dazu gekommen?</strong></p>
<p>Nicola Yasmin Stock: Durch eine Überlastung meiner rechten Hand und einer dadurch entstandenen Epicondylitis (Golferarm) konnte ich seit Dezember 2019 nicht mehr normal spielen oder üben. Am Anfang habe ich dann das bereits vorhandene Repertoire für die linke Hand gespielt, aber das ist leider sehr begrenzt: Mal gibt es hier eine einzelne Variation, mal dort den Anfang eines Stückes. Aber dann initiierte Lars Wüller die „Left Hand Guitar Challenge“; er hatte sich ebenfalls am rechten Arm verletzt und dann ein Stück für die linke Hand geschrieben und andere Gitarrist*innen dazu aufgerufen, dieses ebenfalls einzuspielen und als Video hochzuladen. Gemeinsam mit meinem Professor Gerhard Reichenbach kam dann die Idee auf, noch mehr neue Stücke in Auftrag zu geben und so für die linke Hand allein ein Repertoire zu schaffen. Das Klavier hat ja beispielsweise schon sehr viel Repertoire für die linke Hand, etwa Stücke von Ravel, Skrjabin und anderen.</p>
<p><strong>GK: Wie habt ihr das dann mit den Komponist*innen gemacht? Wie hast du sie ausgesucht und wie bist du mit ihnen in Kontakt getreten?</strong></p>
<p>NYS: Hauptsächlich habe ich Komponist*innen gefragt, die ich auch persönlich kenne, zum Beispiel aus der Hochschule oder aus der Gitarrenwelt, und habe sie dann per E-Mail oder Facebook angeschrieben. Fast alle waren begeistert von der Idee und hatten direkt Lust, diese ungewöhnliche Herausforderung anzunehmen. Es sind auch nicht nur Gitarrist*innen dabei, die Stücke schreiben, sondern auch Komponist*innen, die nicht selbst Gitarre spielen. Ein Stück habe ich sogar direkt ohne Anfrage geschickt bekommen, als der Komponist durch eines der Videos auf das Projekt aufmerksam geworden ist. Das fand ich auch sehr spannend.</p>
<p><strong>GK: Hat das Stück schon existiert oder hat er es auf deinen Aufruf hin erst geschrieben?</strong></p>
<p>NYS: Nein, er hat es erst daraufhin komponiert und mir aber sehr schnell geschickt.</p>
<p><strong>GK: Welche Stücke hast du bei dir bereits vorliegen und welche Titel tragen sie?</strong></p>
<p>NYS: Das erste Stück war „Summerwalk“ von meinem ehemaligen Kommilitonen Sören Golz, das war bereits nach drei Tagen fertig. Seither sind noch der „Left Hand Blues“ von Dieter Kreidler, ein Präludium und eine Fuge im barocken Stil von Jan Christopher Heßling, „Another Thing“ von Meike Senker und die „Etude Diabolique“ von Philipp Lojak dazu gekommen. Was ich interessant finde ist, dass so viele unterschiedliche Tonsprachen in einem Projekt zusammenkommen: Von den Stücken im barocken Stil über experimentelle Musik mit präparierter Gitarre, virtuose Etüden bis hin zu populärer Musik. Es kommen auch noch voraussichtlich zehn Stücke dazu, das heißt, es wird noch spannend.</p>
<p><strong>GK: Haben die Komponist*innen Rückmeldung gegeben, wie sie das Komponieren dieser Stücke empfunden haben? Was es besonders schwer war, ungewöhnlich, hat es sie besonders gereizt?</strong></p>
<p>NYS: Von vielen Gitarrist*innen habe ich die Rückmeldung bekommen, dass sie das total cool finden und irgendwie auch verrückt. Für sie ist es natürlich auch leichter gewesen, diese Stücke zu komponieren, weil sie es dann selbst ausprobieren konnten. Von den Nicht-Gitarristen waren einige auch manchmal ein bisschen skeptisch, ob sie das hinbekommen. Wir haben uns dann allerdings am Telefon besprochen und verschiedene Sachen ausprobiert und ich habe gezeigt, was man so alles mit der linken Hand machen kann. Am Ende ist auch hieraus etwas geworden.</p>
<p><strong>GK: Über deine Facebook-Seite kann man sich bereits erste Projektergebnisse von dir eingespielt anhören. Wie ist dort die Reaktion auf das Projekt?</strong></p>
<p>NYS: Die Resonanz ist größer als ich erwartet habe, weil es nicht nur Leute gibt, die die Musik schön oder die Spielweise interessant finden, sondern tatsächlich auch Spieler*innen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Sie können ihre rechte Hand im Moment nicht belasten und sind natürlich dankbar, dass jetzt ein neues Repertoire entsteht, mit dem man dann trotz der Einhändigkeit vielfältig musizieren kann.</p>
<p><strong>GK: Wie geht es denn weiter mit den Stücken? Werden sie veröffentlicht? Machst du sie auch für andere Spieler zugänglich?</strong></p>
<p>NYS: Erst einmal werde ich die Stücke, die jetzt noch eintreffen, üben und einige Videos hochladen, damit alle Interessierten mitverfolgen können, was aktuell passiert. Anschließend ist ein Sammelband geplant. Ganz konkret lässt sich das dann realisieren, wenn alle Stücke eingetroffen sind. Schon fest eingeplant ist zudem eine CD-Einspielung mit Hans-Ulrich Holst aus Hamburg Anfang nächsten Jahres. Auf die freue ich mich ganz besonders, weil sie auch das Abschlussprojekt meines Studiums sein wird.</p>
<p><strong>GK: Daraus hat sich also etwas richtig Großes entwickelt.</strong></p>
<p>NYS: Ja, das hätte ich am Anfang gar nicht gedacht. Ich bin auch ganz begeistert, dass so viele mitmachen.</p>
<p><strong>GK: Welche Tipps aus deiner Erfahrung über die letzten Monate – zum Beispiel Technikübungen – kannst du denn denjenigen geben, die sich dem Repertoire für die linke Hand widmen?</strong></p>
<p>NYS: Ich glaube der wichtigste Tipp ist, dass man die Scheu davor verlieren sollte, die rechte Hand einmal außen vor zu lassen. Zur Technik: Vor dem Projekt habe ich zwar schon Einzelbindungen geübt, aber durch die Stücke kamen noch einmal ganz neue Herausforderungen auf mich zu. Wie zum Beispiel das Aufschlagen ganzer Akkorde oder dass man gleichzeitig Aufschlag und Abzug spielt. So etwas habe ich vorher nicht geübt. Aus den vorliegenden Stücken für die linke Hand habe ich mir die schwierigsten Stellen herausgesucht und selbst kleine Technikübungen daraus entwickelt. Das macht auch gleich viel mehr Spaß, wenn man Musik dabei hat bei der vermeintlich öden Technik.</p>
<p><strong>GK: Spielst du mittlerweile wieder mit beiden Händen und hat sich dein Spiel durch das Projekt verändert?</strong></p>
<p>NYS: Jetzt nach neun Monaten ganz ohne rechte Hand habe ich vorsichtig wieder angefangen, sie zu nutzen. Ich kann natürlich noch nicht direkt mehrere Stunden täglich üben, sondern muss meine Kraft Stück für Stück wiedererlangen. Das Projekt hat meine Art zu spielen stark beeinflusst. Erst einmal habe ich natürlich bei der linken Hand die Treffsicherheit, Position und Kraft verbessern können. Was mir aber auch auffällt ist, dass sich bei mir in Bezug auf die Ästhetik und Klangvorstellung einiges geändert hat. Beim Linke-Hand-Spiel gibt es ja oft diesen perkussiven Nebenklang, wenn man aufschlägt – das habe ich ein bisschen als neues Stilmittel entdeckt. Auch für die Töne, die auf der anderen Seite der Saite mitschwingen und die man beim normalen Spiel sonst fast nicht bemerkt, ist mein Bewusstsein geschärfter. Ich glaube, dass ich durch die vielen neuen Klangerfahrungen auch im zweihändigen Spiel noch mehr Klangvielfalt suchen werde.</p>
<p><strong>GK: Du bist wahrscheinlich trotzdem froh, jetzt wieder beide Hände benutzen zu können.</strong></p>
<p>NYS: Ja, das ist natürlich wieder ein anderes Gefühl. Man fühlt sich irgendwie wieder wie zu Hause.</p>
<p><em>Nicola studiert Gitarre bei Prof. Gerhard Reichenbach an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal, und bereitet sich auf ihren Bachelor-Abschluss vor.</em></p>
<p><em>Das „Left Hand Guitar Pieces-Project“ ist nicht Nicolas erstes passioniertes Engagement für das Gitarrenrepertoire: Wegen ihres besonderen Einsatzes für das weitgehend unbekannte Repertoire weiblicher Komponistinnen wurde sie neben Liying Zhu mit dem Stipendium für Gitarristinnen der Gleichstellungskommission der HfMT Köln ausgezeichnet.<br />
</em><em>Die 22jährige ist darüber hinaus Preisträgerin mehrerer nationaler und internationaler Gitarren-Wettbewerbe und konzertierte als Solistin auch bereits international, etwa 2018 in Japan beim Sound Market Musikfestival in Kashiwazaki oder in Ecuador beim 10. Guitarrea Festival Internacional Guayaquil.<br />
</em><em>Sie engagiert sich in vielfältigen Kammermusik-Formationen und Orchestern und hat Ende 2018 gemeinsam mit Iain Lennon das Dirigat des Gitarren- und Mandolinenorchesters Dortmund übernommen. Nicola ist zudem als Pädagogin tätig.</em></p>
<p><em>Seit dem Gespräch sind auch bereits weitere Stücke bei ihr eingetroffen: „</em><em>High Five&#8221; von Jürg Kindle, „Scherzando&#8221; von Atanas Ourkouzounov und „La Lira Encantada&#8221; von Luis Manuel Molina.</em></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/left-hand-guitar-pieces-project-interview-mit-nicola-yasmin-stock/">Left Hand Guitar Pieces-Project &#8211; Interview mit Nicola Yasmin Stock</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Nachruf auf Prof. Bernard Hebb</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/bernard-hebb-nachruf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Moritz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2020 13:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Prof. Bernd Ahlert zum Tode seines Lehrers und Freundes Am Mittwoch, den 2.9.2020 verstarb Prof. Bernard Hebb mit 79 Jahren nach schwerer Krankheit in Bremen. „Bernie“, wie er respekt- und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #000000;">Prof. Bernd Ahlert zum Tode seines Lehrers und Freundes</span></h2>
<div id="attachment_758" style="width: 209px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-758" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-758 size-full" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2017/10/BernardHebb-1-e1507283967756.jpg" alt="" width="199" height="229" /><p id="caption-attachment-758" class="wp-caption-text">Prof. Bernard Hebb</p></div>
<p>Am Mittwoch, den 2.9.2020 verstarb Prof. Bernard Hebb mit 79 Jahren nach schwerer Krankheit in Bremen. „Bernie“, wie er respekt- und liebevoll von allen genannt wurde, wurde in den USA geboren, studierte bei Karl Scheit und bildete in seiner Zeit als Lehrer in Deutschland eine große Zahl von Gitarristinnen und Gitarristen vieler Nationalitäten aus. Bis an sein Lebensende war er sehr umtriebig und mit großem Engagement noch an vielen Stellen international mit seiner Frau Ingrid unterwegs. Auf Festivals und Kursen teilte er seine Begeisterung für unser Instrument mit anderen. Sein Enthusiasmus und sein Interesse an Menschen war bis zum Schluss ungebrochen und einmalig. Bernie war nicht nur ein Förderer und Unterstützer, wenn es um Studierende, Laienspieler und Gitarrenbauer ging. Als großzügiger Freund half er zusammen mit seiner Frau auch Menschen, die in Not gerieten.</p>
<p>Lebenslust, Humor, Freude an neuen Ideen und das Anerkennen von „anderen“ Techniken und Arten, die Gitarre zu behandeln, zählten zu seinen herausragenden Eigenschaften. Als Gegner bürokratischer Engstirnigkeit im Leben wie auch in der Musik war er ein Freund klarer Worte und gerne auch streitbarer Geist. Bis zuletzt war seine Neugier ungebrochen, Newcomer im Gitarrenbau, Spieler, Sammler und Gitarrenbegeisterte kennen zu lernen,.</p>
<p>Wir verlieren einen Freund und großen Gitarrenenthusiasten, der eine schmerzvolle Lück in der Gitarrenwelt hinterläßt. Seine Begeisterung für die Gitarre erklärte er selbst so:</p>
<p><em>„Ich habe immer eine positive Einstellung zum Leben gehabt! Begeisterung hat mit Leidenschaft und der Liebe für oder zu einer bestimmten Sache zu tun. In meinem Fall ist es die Musik und die Gitarre.“</em></p>
<p>Ich wünsche Bernie, dass er im Gitarrrenhimmel neben der Harfe noch viele schöne Tirando- und Apoyandoklänge seines Lieblingsinstrumentes hören wird!</p>
<p>Prof. Bernd Ahlert</p>
<div id="attachment_1314" style="width: 160px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-1314" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1314 size-thumbnail" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2017/10/bernd-ahlert3-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><p id="caption-attachment-1314" class="wp-caption-text">Prof. Bernd Ahlert</p></div>
<p><strong>Interview mit Prof. Bernard Hebb vom 19.12.2016:</strong> <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-bernard-hebb-19-12-2016/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://gitarrehamburg.de/interview-mit-bernard-hebb-19-12-2016/</a></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/bernard-hebb-nachruf/">Nachruf auf Prof. Bernard Hebb</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bernard Hebb verstorben</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/bernard-hebb-verstorben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 11:12:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bernard Hebb, zuletzt Professor für Gitarre an der Hochschule für Künste in Bremen, ist verstorben. Er hat unzählige Konzerte gespielt, Meisterklassen gegeben, CD-Aufnahmen und Stückbearbeitungen sowie Eigenkompositionen veröffentlicht. 1981 war [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bernard Hebb, zuletzt Professor für Gitarre an der Hochschule für Künste in Bremen, ist verstorben.</p>
<p>Er hat unzählige Konzerte gespielt, Meisterklassen gegeben, CD-Aufnahmen und Stückbearbeitungen sowie Eigenkompositionen veröffentlicht. 1981 war er Mitgründer der Zevener Gitarrenwoche. Für seinen Einsatz rund um die Musik und speziell die Gitarre wurde er mehrfach ausgezeichnet.</p>
<p>Bernard Hebb war ein enthusiastischer und herzlicher Mensch. Unser Beileid gilt seiner Familie.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-758" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2017/10/BernardHebb-1-e1507283967756.jpg" alt="" width="199" height="229" /></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/bernard-hebb-verstorben/">Bernard Hebb verstorben</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Musikschule im Ausnahmezustand</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/eine-musikschule-im-ausnahmezustand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2020 11:17:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 28.04.2020 spricht GitarreKonkret mit Christiane Anderle, Gitarristin und Musikschulleiterin aus Hessen, über ihre Situation während der Corona-Pandemie. Seit 23 Jahren leitet Christiane Anderle „Ihre Musikschule“ im beschaulichen Hungen; eine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 28.04.2020 spricht GitarreKonkret mit Christiane Anderle, Gitarristin und Musikschulleiterin aus Hessen, über ihre Situation während der Corona-Pandemie.</em></p>



<p>Seit 23 Jahren leitet Christiane Anderle „Ihre Musikschule“ im beschaulichen Hungen; eine private Einrichtung mit 13 Lehrkräften und knapp 200 Schüler*innen an zwei Standorten. Gleichzeitig agiert sie als Musiklehrerin und unterrichtet neben der Gitarre, ihrem Hauptinstrument, auch Cello und Ukulele.</p>



<p>Auch für Christiane Anderle wurde am 16. März 2020 die Welt auf den Kopf gestellt, als durch die Corona-Pandemie die Musikschulen geschlossen wurden. Dass einige ihrer Lehrkräfte auch in großen Musikschulen tätig sind, war für Anderle in dieser Situation ein großes Glück. Mit einer Instrumentallehrkraft suchte sie direkt das Gespräch. Er erzählte, dass die Musikschule in der Kreisstadt Instrumentalunterricht in Form von Einzel- oder Zweierunterricht über Skype oder Facetime anbieten würde. Für Anderle erst einmal eine Hürde, doch der Kollege bot Hilfe bei der Installation der entsprechenden Programme an. Noch am Wochenende vor Beginn der Einschränkungen informierte sie ihre Kolleg*innen über die Optionen: Unterricht per Skype &#8211; oder Ausfall der Stunden. Alle Kolleg*innen zogen beim Experiment „digitaler Musikunterricht“ mit. Das Wochenende wurde zum Austausch, aber auch zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung genutzt. Wie sich hinsetzen und die Kamera ausrichten, so dass der Gegenüber das Instrument ideal sehen kann? Die Klavierlehrerin etwa, so Anderle, baute sich eine Vorrichtung, damit die Schüler*innen ihr durch die Kamera über die Schulter auf die Finger schauen konnten. Am Montag den 16.03.2020, an dem die Lehrkräfte eigentlich noch einmal hätten in die Musikschule gehen können, wurde bereits über Skype unterrichtet. Jede Lehrkraft hatte sich da bereits eigenständig um die Kontaktaufnahme zu den Schüler*innen gekümmert.</p>



<p>Dass die Umstellung recht problemlos über die Bühne gegangen sei, hätte an den Unterrichtsstrukturen gelegen. „Wir haben den Vorteil, dass wir nur Einzelunterricht beziehungsweise nur wenige Zweiergruppen haben. Nur unser Bandunterricht muss ruhen und auch die Kurse der musikalischen Früherziehung können wir aktuell nicht durchführen.“</p>



<p>Seit April wurden für die Band und die Früherziehung keine Unterrichtsgebühren mehr gefordert. Die entsprechenden Honorarlehrkräfte erhalten dementsprechend auch kein Geld mehr. Das tut Christiane Anderle weh: „Als kleine Musikschule habe ich finanziell nicht die Rücklagen, dass ich Honorare auszahlen kann, ohne in Gegenleistung Unterrichtsgebühren einzufordern. Auch mache ich mich strafbar, wenn ich Honorarkräften ohne erbrachte Leistungen Geld bezahle. Das geht leider nicht und das tut mir sehr leid.“ Vielleicht, so hofft sie, ist am Ende des Geschäftsjahres eine Sondergratifikation für die betroffenen Lehrkräfte möglich.</p>



<p>Zu Beginn des digitalen Unterrichts hat sich Christiane Anderle manchmal wieder wie eine Berufsanfängerin gefühlt. „Der Unterricht sei anders.“ Zu viel hätte sie am Anfang in die Stunde packen wollen. Vieles funktioniere nicht mehr wie im üblichen Instrumentalunterricht, das Zusammenspiel etwa, weil Sprache und Musik bisweilen verzögert übertragen werden. An Stelle des praktischen Vorspielens ist deshalb nun oft Reden und Erklären getreten. Auch die Spontaneität sei jetzt eingeschränkt, jede Unterrichtsstunde mit deutlich mehr Vorbereitung verbunden. Sie muss vorher gut einschätzen, welche Stücke für die Schüler*innen geeignet sind &#8211; und sich dann auch darauf verlassen, dass sie das Material zur Stunde ausgedruckt vorliegen haben. Die erste Woche Skype-Unterricht sei schwierig gewesen, mittlerweile ist Anderle aber gelassener. Auch, weil sie so viel positive Resonanz erhält. Von den Eltern, aber auch von den Schüler*innen selbst. Sie seien allesamt konzentriert bei der Sache und würden intensiv mitarbeiten. Anderle ist sich bewusst, dass der Instrumentalunterricht für viele die einzige Konstante und ein Stück Normalität sind, während die Schule und der Kontakt zu Gleichaltrigen wegfallen. Deshalb hat sie auch bewusst nichts an ihrem Stundenplan geändert.&nbsp;</p>



<p>Was die Situation mit dem Team gemacht hätte? Man hätte nicht zusammenrücken müssen, so Anderle, weil es schon vor der Krise ein Team war, das eng zusammenstand. „Die enge Zusammenarbeit und Kollegialität haben sich in dieser Situation bewährt.“ Es seien die Früchte der steten Beziehungspflege, die sie nun ernten würden. Mit den Lehrkräften ist sie im ständigen Austausch. Der persönliche Kontakt, wie er in der Musikschule gepflegt wird, fehle ihr allerdings sehr. Stolz sei sie auf das ganze Team.</p>



<p>Ihr Fazit nach mehreren Wochen Digitalunterricht: Normalität wird es nicht, aber man gewöhnt sich an die Situation. Für sie steht die sinnvolle Gestaltung des Unterrichts im Vordergrund und sie will das Beste daraus machen und manches auch für später mitnehmen. Für die Zukunft weiß sie, dass ihre Musikschule auf eine solche Situation nun besser vorbereitet ist: „So schnell haut uns nichts mehr um.“ Skype könne in gewissen Situationen durchaus auch in Zukunft eine Rolle spielen, in der Erkältungssaison beispielsweise.</p>



<p>Trotz ihrer positiven Haltung ist Christiane Anderle auch etwas mulmig zu mute. Zwar kann sie aktuell durch den Skype-Unterricht Gebühren einfordern und Honorare auszahlen und somit einen Ausfall vermeiden &#8211; „jetzt ist die Situation noch nicht existenzbedrohend, aber das wird kommen.“ Sie fürchtet, dass die Wirtschaftslage aktuelle Kund*innen zur Kündigung des Musikunterrichts zwingen wird und Neuanmeldungen wegbleiben. Bereits durch die ausbleibende musikalische Früherziehung verliert sie viele potenzielle Instrumentalschüler*innen.</p>



<p><em>Nur eine Woche nach dem Gespräch entspannte sich die Situation für die Musikschulen in Hessen und Präsenzunterricht in den Einrichtungen wurde wieder möglich. Zur Feier hat Anderle erst eine Flasche Sekt geöffnet und dann den bereits skizzierten Hygieneplan konkretisiert.&nbsp;</em></p>



<p><em>Fast aller Unterricht findet nun wieder in der Musikschule statt, nur die Band muss noch pausieren. Die Möglichkeit des Online-Unterrichts besteht nach wie vor &#8211; bislang hat aber niemand davon Gebrauch gemacht.</em></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/eine-musikschule-im-ausnahmezustand/">Eine Musikschule im Ausnahmezustand</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitaler Instrumentalunterricht</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/digitaler-instrumentalunterricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2020 07:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kontakt- oder Ausgangssperren in Zeiten der Corona-Pandemie stellen Musikpädagog*innen vor große Herausforderungen. Um auch weiterhin mit den Instrumentalschüler*innen in Kontakt bleiben zu können, ist die digitale Kommunikation aktuell das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kontakt- oder Ausgangssperren in Zeiten der Corona-Pandemie stellen Musikpädagog*innen vor große Herausforderungen. Um auch weiterhin mit den Instrumentalschüler*innen in Kontakt bleiben zu können, ist die digitale Kommunikation aktuell das Mittel der Wahl. Aber welche Anbieter eignen sich besonders gut für den digitalen Musikunterricht?</p>



<p>Die Gitarristin Merce Font, die digitalen Unterricht in ihrer Online Academy anbietet, stellt in einem aktuellen Beitrag die Kommunikationsplattformen Skype und Zoom vor. Thematisiert und verglichen werden etwa die Installation, Mitgliedschaftsoptionen, Settings (z.B. für eine gute Tonqualität) und die parallele Nutzung weiterer Devices wie iPads und Tablets. Dabei geht sie nicht nur auf die Plattformen ein, sondern gibt weitere hilfreiche Tipps zum digitalen Instrumentalunterricht, etwa zum Austausch und zur Bearbeitung von Notenblättern. Ebenso verweist sie auf den Vorteil externer Mikrofone für Lehrer*innen und Schüler*innen hinsichtlich der Tonqualität und thematisiert die Belichtung während einer digitalen Unterrichtsstunde. Ihr Fazit: „Online teaching is here to stay, no matter if we are in an emergency situation or not.“ <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-oatBtYXW5c&amp;feature=em-comments">Hier</a> geht es zu dem sehr informativen Video (in englischer Sprache).</p>



<p>Der Gitarrenpädagoge Stephan Wolke hat ein ausführliches Tutorial für das Programm Zoom erstellt und erklärt die Verwendung aus Sicht der Lehrer*innen und Schüler*innen. Er veranschaulicht den Download und die Verwendung des Programms (Meeting erstellen, Ton und Video aktivieren, Teilnehmer*innen hinzufügen, Beendigung des Meetings usw.) sowohl für Windows als auch für Apple. <a href="https://www.youtube.com/watch?feature=youtu.be&amp;v=u2sRT86A25Q&amp;app=desktop">Hier</a> geht es zum sehr verständlichen Tutorial.</p>



<p>Das Gitarrenlernstudio Rheine hat ein ähnliches Tutorial für das Programm Skype erstellt, in dem Schritt für Schritt der Download und die Anwendung erklärt werden. Aber auch nützliche Tipps für den digitalen Unterricht werden hier mitgegeben. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=klZ4SxR5SBk">Hier</a> geht es zum informativen Video.</p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/digitaler-instrumentalunterricht/">Digitaler Instrumentalunterricht</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Otto Tolonen</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/interview-mit-otto-tolonen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2020 08:32:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>On the sidelines of the Hamburger Gitarrentage, GitarreKonkret met up with successful guitarist and new professor at the Musikhochschule Lübeck, Otto Tolonen, to talk about his research on the music [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="904" height="409" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2020/01/Otto-Tolonen.jpg" alt="" class="wp-image-11478"/><figcaption>© Mika Kirsi</figcaption></figure>



<p>On the sidelines of the Hamburger Gitarrentage, GitarreKonkret met up with successful guitarist and new professor at the Musikhochschule Lübeck, Otto Tolonen, to talk about his research on the music by Hans Werner Henze, Finnish guitar music and more.</p>



<p><strong>GitarreKonkret: Congratulations on starting your new job as a professor at the Musikhochschule Lübeck! How do you like Lübeck?</strong></p>



<p>Otto Tolonen: It&#8217;s beautiful, and I enjoy it. It&#8217;s a very unique city and full of small details in the architecture. I like it a lot. I live very close to the Musikhochschule, so I just walk a few minutes there. It&#8217;s very convenient and quite peaceful. At first, I was actually thinking of moving to Hamburg and commute to Lübeck, but I have to say, I&#8217;m pleased that I didn&#8217;t do it.</p>



<p><strong>GK: Yes, Lübeck is very lovely, not too small.</strong></p>



<p>OT: Not too small, but not too big either. And there&#8217;s a lot of culture. It seems you can go to a concert or an exhibition every day; it&#8217;s a very active place.</p>



<p><strong>GK: How often do you travel back to Norway to teach?</strong></p>



<p>OT: I go every second or every third week for a few days. This is also how I was doing it when I was living in Finland. The flight connections between Hamburg and Norway are very convenient, so it&#8217;s quite comfortable, I would say.</p>



<p><strong>GK: You successfully participated in plenty of guitar competitions over many years. In your opinion, is participating in competitions a crucial element of becoming a successful concert guitarist?</strong></p>



<p>OT: I think the right frame of mind towards competitions can be beneficial. When I was studying, competitions for me meant setting goals. Not only did I have to practice for a lesson and a class concert, but I had a big goal that I was looking towards. It was also beneficial for my development and to get to know myself: How can I prepare myself most efficiently so that I can manage to do my best in a stressful situation? That was really important for me. Of course, it was also nice to get to be successful. Because that is also important for a young person – to have this kind of success and to know that you are doing something right. <br>Lately, I have been thinking that when I am looking at students who are doing competitions and who are upset when they don&#8217;t win, that there is also that teacher&#8217;s point of view that you can be successful in more than one way. You don&#8217;t need to be the winner of the first price. For example, success can mean collaborating with a composer and doing a premiere of a piece. Or that you form an ensemble with fellow musicians – that can be considered a great success! Learning to play continuo, that&#8217;s a fantastic success and so on. I think that young people want to impress people and of course, that&#8217;s normal – but to keep a healthy mentality, that success can be something small and that you don&#8217;t necessarily need to impress people to be successful in what you do. <br>Going back to the question if they were crucial: I would say that they were vital for me, at least in the way I developed. But I am a more or less laid-back person so even though I didn&#8217;t pass through to the final – of course, that is still a disappointment at that moment – I could always learn something from that. I remember the first competition I entered; that was in Poland, and I was very young, 14 or 15 years old. I was cut in the first round, and I remember that I learned a lot from watching the finals. I saw people who were for example, technically way better than me, and it meant seeing how certain pieces could actually be played and that I could do it also if I paid attention to certain things. Also, if you go to competitions, you meet fellow students and players from different cultures, and this is also a fantastic opportunity to learn from others.</p>



<p><strong>GK: You focus on guitar music composed by Hans Werner Henze. What about his music captures you?</strong></p>



<p>OT: That is a big question and difficult to put in a few sentences. I think the first piece from Hans Werner Henze that I heard was his Royal Winter Music. That was back around 1996, and I had never heard such a long piece, it is about half an hour-long, and there is this sheer complexity, those many layers and of course the beauty as well – all this intrigued me to take a closer look at the piece. When I started studying it, it revealed many other things, for example, the references to Shakespeare and the possibility to look at it from different perspectives. I think it is this sheer complexity that his music offers, its endless sources of ideas and ways to look at it. That is what interests me about his music. Also, from a guitarists&#8217; point of view, it is incredibly challenging, but it has, for example, taught me a lot about the dynamic range and the colours of the guitar. Of course, I went quite deep into his guitar music, focusing my doctoral studies around it. I have been doing it for eight years now and hoping to finish it soon. <br>I have been studying his manuscripts at the Paul Sacher Stiftung in Basel, and I am now preparing his edition of the second Royal Winter Music Sonata, which Schott will publish quite soon. In my thesis, I am, among other things, researching the notational devices that he uses. As I have been doing what is called &#8216;artistic research&#8217;, the central part of the degree has been the concerts that I have played already or am preparing now. In those concerts, I&#8217;ve been focusing on the music by Hans Werner Henze, but also the modernist repertoire of the European guitar music in the latter part of the 20th century.</p>



<p><strong>GK: One of your albums is dedicated to Finnish guitar composers. It is beautiful music, quite unknown in Germany though.</strong></p>



<p>OT: Yes, for sure.</p>



<p><strong>GK: What was the background to this project of yours? And do you understand yourself as an ambassador of Finnish guitar music?</strong></p>



<p>OT: The album &#8220;Toccata: Finnish guitar music&#8221; contains pieces which are dedicated to me or that I have commissioned and then there are a few others which are a little bit older. For example, the Guitar Suite Op. 32 by Erik Bergman on the recording can be considered as the first Finnish guitar piece, it&#8217;s from 1949. Next month I will play a concert at the Concertgebouw in Amsterdam, and I am preparing a piece by Antti Auvinen, which is going to be a premiere. It is an interesting and big piece. Initially, it was supposed to be 7 minutes long, but now it&#8217;s almost 20 minutes long. So, I have got a lot of work to do!<br>In Finland since around the 1970s, you can take it for granted that instrumentalists, who have a concert career, dedicate quite a big part of their work to working with Finnish composers. Do I see myself as an ambassador? That is too dramatically said because everybody is doing this more or less. We have lots of fantastic guitarists in Finland who are preparing works with composers and then playing them in their concerts around the world. Ismo Eskelinen, Petri Kumela and Timo Korhonen, for example, are very active in that way and have also recorded full albums only dedicated to Finnish composers. So, my album is just one in that sea of recordings. But still, I see it as an absolutely crucial part of my work to also promote the music from my own country. This is a mentality that I see in Finnish instrumentalists and that I find very positive. We are a small nation, and we are supporting each other, and I think that this is why the musical life in Finland is also so rich. We have fantastic significant composers, like Magnus Lindberg or Kaija Saariaho – after Sibelius – and others. So, all in all, I consider myself as one of the ambassadors.</p>



<p><strong>GK: You play in a group called Tjango!, a mixture of folk, jazz and tango. Please tell me about it.</strong></p>



<p>OT: Tjango! is a fantastic and exciting project and group. We started out almost 10 years ago. As for the name: We had our first gig coming up, and we just needed to invent something within 15 seconds. Tjango! it was and that just stuck. In the beginning, we played pieces by Piazzolla or Django Reinhardt, but nowadays our program contains original music, mainly composed by our accordionist. <br>Especially our violinist and bass player have strong roots in folk music, and they brought those influences with them. It would be hard to say that our music is jazz because I am not a jazz player at all, but it has for sure some jazz elements and also some tango influences, some Finnish folk influences – a mixture of those. <br>What I enjoy about playing in the band and our music are the improvisations and the rhythms. The rhythms and beats are entirely different from classical music, and so it&#8217;s been challenging and fun at the same time.<br>Sadly, I haven&#8217;t been able to join Tjango! for almost the past two years because of my appointments and moving to Germany; my road has taken me geographically far away from them – it&#8217;s a little bit sad. I am going to join them for some projects in March though when I am visiting Finland.</p>



<p><strong>GK: Thank you very much for the interview.</strong></p>



<p>OT: Thank you.</p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-otto-tolonen/">Interview mit Otto Tolonen</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heike Krause im Interview</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/heike-krause-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2018 12:43:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>©Anja Nothdurfth Heike Krause ist Kinder- und&#160;Jugendpsychotherapeutin, spielt in ihrer Freizeit Gitarre und komponiert auch für das Instrument. Für GitarreKonkret stellt sie ihre Komposition für Gitarren-Trio, „Almost Ancient Tune“, mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-medium wp-image-8917" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2018/12/DSC_7585-300x237.jpg" alt="" width="300" height="237">©Anja Nothdurfth</p>
<p><em>Heike Krause ist Kinder- und&nbsp;Jugendpsychotherapeutin, spielt in ihrer Freizeit Gitarre und komponiert auch für das Instrument. Für GitarreKonkret stellt sie ihre Komposition für Gitarren-Trio, „Almost Ancient Tune“, mit den Sätzen &#8220;Dance&#8221;, &#8220;Transfer&#8221; and &#8220;The Fools&#8221; im Bereich Download zur Verfügung. Mit GitarreKonkret sprach sie über ihr Werk.&nbsp;</em></p>
<p>Heike, du bist Amateur-Gitarristin und beruflich als Kinder- und Jugendpsychotherapeutin tätig – wie bist du zum Komponieren gekommen?</p>
<p>Ich habe immer viel improvisiert. Früher habe ich Lieder und Arrangements für Veranstaltungen mit unserer Rockband in der kirchlichen Jugendarbeit, in der ich gearbeitet habe, geschrieben. Die Sachen sind immer ganz gut angekommen. Nach meinem Berufswechsel habe ich mich wieder mehr auf die klassische Gitarre konzentriert und dabei aus den Improvisationen richtige Solostücke entwickelt, aber nicht aufgeschrieben. Ich bin ja oft auf der Rotenburger Gitarrenwoche und wenn ich da Stücke von mir zum Beispiel in den internen Konzerten gespielt habe, bin ich oft nach den Noten gefragt worden. Deshalb habe ich sie aufgeschrieben. Irgendwann hatte ich dann Lust auf mehrstimmige Sachen.</p>
<p>Welches Notenschreibprogramm verwendest du für die Notation und warum?</p>
<p>Primus. Das habe ich bei Hans-Wilhelm Kaufmann auf der Rotenburger Gitarrenwoche kennengelernt, ich fand es sehr leicht zum Einstieg und nicht so teuer.</p>
<p>Dein Stück trägt den Titel „Almost Ancient Tune“ – welche Epoche hat dich denn dazu inspiriert?</p>
<p>Das waren eher Bilder und Atmosphären. Ich war mit 8 gebrochenen Rippen im Krankenhaus, habe mir meine Gitarre bringen lassen und entsetzt festgestellt, dass ich sie vor Schmerzen nicht halten kann. In der Kapelle des Krankenhauses habe ich eine Orgel gefunden und vor lauter Verzweiflung darauf herum geklimpert. In dieser kirchlichen Atmosphäre ist dann die Melodie für den „Dance“ entstanden, ist ja nahe an den Kirchentonarten. Als ich dann die anderen Stimmen ausgearbeitet habe, entstand eine eher mittelalterlich Atmosphäre, deshalb auch der Titel. Der „Transfer“ kam mir nach einer Probe des „Dance“ mit meinem Trio in den Kopf. Ich war auf dem Heimweg auf der Autobahn und habe das so vor mich hingedacht und geklopft. Wenn ich es jetzt höre, muss ich immer an eine Karawane denken – habe sozusagen die Autos in Kamele verwandelt.</p>
<p>Wie beeinflusst das Komponieren dein Instrumentalspiel und vielleicht auch umgekehrt?</p>
<p>Schwere Frage. Zum Teil negativ. Wenn ich neue Stücke lerne, spiele ich manchmal nicht das, was da steht, weil ich nicht genau genug hingucke, sondern meinen eigenen Ideen folge. Andererseits reproduziert man doch eigentlich immer das, was man schon mal gehört hat. Ich versuche deshalb in den Kompositionen und in meinem Spiel, Überraschungen einzubauen, damit es nicht langweilig wird. Aber das versuchen ja alle. Auf jeden Fall macht es Spaß zu komponieren und das mache ich oft, wenn ich mal wieder was gebrochen habe (und sei es nur die Nägel). Wenn ich dann wieder anfange zu spielen, habe ich sowohl für die Improvisation als auch für die Interpretation von Stücken ganz andere Ideen und Empfindungen, es wird kreativer und intensiver.</p>
<p><em><a href="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2018/12/Almost-ancient-tune.mp3">Almost ancient tune</a>&nbsp;Die Sätze &#8220;Transfer&#8221; und &#8220;Dance&#8221; gespielt von Teilnehmer*innen der Rotenburger Gitarrenwoche im Rahmen des Teilnehmerkonzertes am 04.08.2018.</em></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/heike-krause-im-interview/">Heike Krause im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
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			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Tatyana Ryzhkova</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/interview-mit-tatyana-ryzhkova/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2018 11:57:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://gitarrehamburg.de/?p=5142</guid>

					<description><![CDATA[<p> © Sandra Neumann Tatyana Ryzhkova ist als klassischer Gitarristin Außerordentliches gelungen: Konzert- und Dozententätigkeit rund um den Globus, mehrere CD-Aufnahmen, ein YouTube Kanal mit über 100.000 Abonnenten und Videos mit mehreren [&#8230;]</p>
Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-tatyana-ryzhkova/">Interview mit Tatyana Ryzhkova</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-medium wp-image-5143" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2018/02/Tatyana-1-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /> © </em>Sandra Neumann</p>
<p><em>Tatyana Ryzhkova ist als klassischer Gitarristin Außerordentliches gelungen: Konzert- und Dozententätigkeit rund um den Globus, mehrere CD-Aufnahmen, ein YouTube Kanal mit über 100.000 Abonnenten und Videos mit mehreren Millionen Klicks und ein ausgefeiltes Marketing ihrer Person in den sozialen Netzwerken – und das im Alter von gerade einmal 31 Jahren. GitarreKonkret spricht mit der Gitarristin über Musik und Marketing und ihre Strategie, all ihre Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen.</em></p>
<p><em>See the English version below.</em></p>
<p><strong>GitarreKonkret: </strong><strong>Tatyana, du bist in den sozialen Medien als Künstlerin sehr präsent, besitzt eine Website und hast Kanäle auf YouTube, Facebook und Twitter. Habe ich etwas vergessen?</strong></p>
<p>Tatyana Ryzhkova: Da hast du soweit recht. Es gibt eine Seite, die ich noch erwähnen möchte und das ist die Patreon-Seite von mir. Patreon ist eine Art Social Media und diese Plattform könnte eventuell auch für andere Künstler sehr hilfreich sein. Sie wurde in den USA von Musikern erfunden und soll kreative Menschen auf der Welt unterstützen. Sie richtet sich an Leute, die Lust und die Möglichkeit haben, diese Kreativen zu fördern, so dass sie ihre Kunst machen können. Es erinnert ein bisschen an Crowdfunding, obwohl Crowdfunding eher projektbezogen ist und man dort zum Beispiel Geld für die Produktion einer neuen CD erhalten kann. Aber bei Patreon kann man sich auf monatlicher Basis engagieren und es ist wie eine Community aufgebaut, so ähnlich wie bei Facebook. Man kann dort Nachrichten posten und immer in Kontakt mit den Fans und Unterstützern bleiben.</p>
<p><strong>GK: Das ist vergleichbar mit dem Mäzenatentum von früher.</strong></p>
<p>TR: Genau, allerdings auf unsere, also auf die moderne Zeit bezogen.</p>
<p><strong>GK: Wann hast du angefangen, dich auf den verschiedenen Kanälen zu präsentieren?</strong></p>
<p>TR: Es fing alles mit einem Video auf YouTube an: Es wurde 2008 veröffentlicht und war lange auch das einzige, bevor später noch mehr dazu kamen. Bei Facebook so richtig aktiv bin ich seit vielleicht 5 oder 6 Jahren. Man fängt erst einmal klein an und dann fängt es an zu wachsen.</p>
<p><strong>GK: Deine Videos haben Millionen Klicks und zum 100.000 YouTube-Abonnenten hast du vor kurzem ein Geschenk des Unternehmens erhalten. Was bekommt man denn da?</strong></p>
<p>TR: Das war eine ganz schöne Überraschung! Vor allem wusste ich nicht, dass so etwas existiert. YouTube versucht die Menschen, die dort posten, zu unterstützen und es gibt dort sozusagen zwei Meilensteine. Der erste Meilenstein ist eben bei 100.000 Abonnenten und der zweite Stein bei 1 Mio. Abonnenten. Für diese 100.000 machen sie ein Geschenk: Das ist so ein silberner Knopf, ein YouTube-Knopf, in einem ganz schönen Rahmen und da steht so etwas wie „Herzlichen Glückwunsch zu 100.000 Abonnenten“ und dazu gibt es noch einen persönlichen Brief von YouTube, in dem sie die Begeisterung ausdrücken und loben und sagen: „Du hast noch ganz viel vor dir und das nächste Ziel sind 1 Mio. Abonnenten und viel Glück beim Erreichen dieses Ziels.“ Ich habe neulich auch ein Video aufgenommen, wo ich dieses Geschenk auspacke, weil ich das unbedingt mit meinen Fans zusammen machen wollte. Ich finde, dass diese Auszeichnung nicht nur meine, sondern unsere gemeinsame ist. Ohne die Zuschauer, die meine Videos ansehen, wäre das überhaupt nicht möglich!</p>
<p><strong>GK: Produzierst du die Videos eigentlich selbst?</strong></p>
<p>TR: Ja und nein. Eigentlich mache ich das nicht alleine, sondern zusammen mit meinem Ehemann Evgeni Jolondz. Er hat das erste Video gemacht und bis jetzt produziert er alle Videos, die auf meinem Kanal veröffentlicht werden. Er macht die Videoaufnahme, den Ton, den Schnitt und alles was dazugehört. Insofern produzieren wir zu zweit alles selbst.</p>
<p><strong>GK: Du postest sehr regelmäßig, wie schaffst du das neben deiner Tätigkeit als Musikerin?</strong></p>
<p>TR: Man merkt immer wieder, dass die Balance zwischen alltäglicher Arbeit wie unterrichten, üben, Konzerte vorbereiten und im Internet präsent sein gar nicht so einfach ist. Vor allem beim Internet ist es eine ganz gemeine Sache, man sollte das möglichst regelmäßig tun und nicht so lange Zeit verschwinden. Man merkt schon, dass die Fans immer wieder etwas von dir erwarten und dass man möglichst jeden Tag irgendwelche Informationen und Neuigkeiten aus dem künstlerischen Leben posten sollte. Mittlerweile habe ich so etwas wie drei Accounts bei Facebook und das ist ziemlich viel. Wenn dann jeden Tag 40 bis 50 Nachrichten ankommen und dazu noch Kommentare, ist das einerseits ganz toll, andererseits schafft man es irgendwann einfach nicht mehr, die ganze Menge zu bearbeiten und allen persönlich zu antworten. Das finde ich schade und ich versuche immer wieder, es doch zu tun. Neulich habe ich das Programm Buffer entdeckt, das mir dabei hilft, regelmäßig zu posten. Vielleicht wäre das auch für andere Musiker hilfreich. Das ist eine Art Terminkalender, in den man die Beiträge eingeben und speichern kann. Man fügt ein, was man gerne posten möchte und an welchem Tag und zu welcher Zeit es veröffentlicht werden soll. Dort kann man alle Kanäle wie Instagram, Facebook und Twitter einschalten und das ist besonders praktisch, wenn man irgendwo unterwegs oder zeitlich eingespannt ist und keine Möglichkeit hat, mehrmals in der Woche auf mehreren Kanälen zu posten. Das Programm macht das dann automatisch und man muss nur Zeit finden, alles vorzuplanen. Das ist eine große Hilfe.</p>
<p><strong>GK: </strong><strong>Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Thema Selbstvermarktung nicht unbedingt Teil des Musikstudiums ist. Hast du das auch so erlebt? </strong></p>
<p>TR: Absolut. Ich glaube an den meisten Hochschulen ist es so, dass man dort sehr gut unterrichtet wird wie man schön spielen soll. Aber wenn man fertig wird und einen Abschluss hat, dann steht man da und denkt: „Super, was mache ich jetzt damit?“ Alleine vom Spielen zu Hause kann man nicht leben und man sollte sich seinen Unterhalt irgendwie sichern, an Konzerte herankommen oder auch Unterrichten, je nachdem was man gerne machen möchte. Das war auch bei mir damals in Weimar so und ich hatte nach dem Abschluss überhaupt keine Ahnung, wie das alles funktioniert. Einige Jahre war es reines Ausprobieren. Wir hatten Glück, dass wir damals aus reinem Spaß mit YouTube angefangen haben und es dann gewachsen ist. Durch YouTube wurde dann mein Name immer bekannter und so kamen auch die Veranstalter auf mich zu und fragten nach Konzerten, so dass zumindest dieser große Brocken schon einmal am Laufen war.<br />
Ich finde es ganz wichtig, dass außer den gitarristischen und allgemeinen musikalischen Themen in den Hochschulen auch Selbstvermarktung angeboten und im festen Programm sein sollte. Wir Musiker sind da besonders verloren finde ich.</p>
<p><strong>GK: Du hast im Prinzip learning by doing gemacht und einiges auf die harte Tour erfahren müssen.</strong></p>
<p>TR: Aber es geht uns leider allen so, wenn wir dabei sind, unseren eigenen Weg zu finden. Viele gehen nach dem Abschluss direkt zu Wettbewerben und versuchen darüber einigermaßen bekannt zu werden. Bei mir war es eben das Internet.</p>
<p><strong>GK: Deine dritte CD ist seit kurzem verkäuflich, welche vielleicht auch neuen Wege bist du bei der Produktion und Vermarktung gegangen?</strong></p>
<p>TR: Das ist insgesamt meine dritte CD, aber die erste, die wir selbst produziert haben. Die ersten beiden wurden in einem österreichischen Studio aufgenommen. Aber diese CD haben wir mehr oder weniger vom Anfang bis zum Ende selbst gemacht und sind sehr glücklich mit dem Ergebnis, etwa mit der Tonqualität. Besonders schön ist, dass wir alles so machen konnten, wie wir uns das vorgestellt haben. Das nimmt zwar deutlich mehr Zeit in Anspruch als in einem Studio – im Studio waren wir in 3 bis 4 Tagen fertig, hier brauchten wir ein gutes Jahr bis wir alle Aufnahmen abgeschlossen hatten – aber jetzt stehen wir besonders hinter dem Produkt. Was die Vermarktung betrifft, ist die CD noch in keinem Geschäft auf der Straße erhältlich, aber sie ist im Internet präsent und man kann sie meinem Online-Shop erwerben und sie steht zum Download bereit auf iTunes und Amazon. Das sind die angesagteren Vertriebswege die besser laufen als der Verkauf durch die Geschäfte.</p>
<p><strong>GK: Ich habe gesehen, dass man sich auch als Patron mit seinem Namen auf der CD verewigen konnte.</strong></p>
<p>TR: Das war eine Aktion, die wir über die Plattform Patreon gemacht haben. Die Namen der Menschen, die sich bei mir bis zum 15. Oktober 2017 als Patron angemeldet und mich mit mindestens einem Dollar unterstützt haben, wurden auf der CD abgedruckt als Patrone und Mitproduzenten. Wir haben rund 200 Namen gesammelt und das war eine ganz tolle Sache, weil das natürlich auch einen Teil der Produktionskosten finanziert hat. Und die Leute freuen sich, wenn sie so eine CD in der Hand halten und ihr Name darauf steht, das ist dann auch etwas Schönes für sie.</p>
<p><strong>GK: Du spielst viele Konzerte und das weltweit. Was erwartet das Publikum in einem Konzert von Tatyana Ryzhkova?</strong></p>
<p>TR: Auf jeden Fall ein unkonventionelles Programm. Ich folge sehr ungerne irgendwelchen klassischen Konzertregeln beziehungsweise klassischen Gitarrenkonzertregeln und ich baue mein Programm möglichst abwechslungsreich auf, so dass die Menschen immer unterschiedliche Facetten des Instruments hören können. Ich versuche das Publikum in das Konzert mit einzubeziehen. Für mich ist das Gespräch mit dem Publikum ganz wichtig, nur so habe ich das Gefühl, dass sie ein Teil des Geschehens auf der Bühne sind. Außerdem mag sich keiner dumm fühlen, wenn er das eine oder andere Stück nicht versteht, weil er eben nicht aus der klassischen Gitarrenszene kommt und deswegen finde ich es ganz wichtig, dass wir jeden einzelnen ansprechen und mit einbeziehen. Deswegen: Abwechslungsreiches Programm, sicher ganz viele Emotionen und auch Unterhaltung für das Publikum.</p>
<p><strong>GK: Wie sieht es denn mit deiner pädagogischen Tätigkeit aus?</strong></p>
<p>TR: Seit ein paar Jahren unterrichte ich nur privat, ich habe zusammen mit Evgeni eine Gitarrenschule in Bremen und außerdem gebe ich auch regelmäßig Skype-Unterricht. Unterrichtstätigkeit ist ein ganz wichtiger Bestandteil meines Musikerlebens. Es gibt durchaus Kolleg*innen, die sehr gerne nur Konzerte spielen oder nur Unterrichten, ich kann mir aber momentan nicht nur das eine oder nur das andere für mich vorstellen. Wenn ich nur Konzerte spielen würde, dann wäre ich nicht so ganz glücklich und umgekehrt auch. Es ergänzt sich sehr gut. Wenn man von Konzerten nach Hause kommt, dann hat man wieder ein bisschen Menschenkontakt mit den Schüler*innen und kann auch etwas Schönes aufbauen.</p>
<p><strong>GK: Was würdest du gerade jungen Gitarrist*innen, die eine künstlerische Karriere anstreben, zum Thema Vermarktung mit auf den Weg geben?</strong></p>
<p>TR: Ich würde sehr empfehlen, erst einmal damit anzufangen, sich zu fragen wer man ist, was man gut oder besonders gut kann und was einen von den anderen unterscheidet. Man muss die eigenen Stärken finden, sie dann unbedingt weiter verstärken und damit auch in die breite Welt gehen. Wir können uns nicht verschließen und nur in unserem Kreis unter Gitarrist*innen bleiben. Wir brauchen ein breiteres Publikum für unsere arme klassische Gitarre und müssen sie populärer machen, wir müssen wieder größere Säle füllen oder mindestens mehr Publikum begeistern. Es gibt großartige Möglichkeiten im Internet, wo es keine Grenzen und Staatsgrenzen gibt. Ich kann nur sehr empfehlen ins Netz zu gehen, aber wie gesagt sollte man mit den eigenen Stärken beginnen und das Besondere in sich pflegen.</p>
<p><strong>GK: Vielen Dank für das Interview, Tatyana!</strong></p>
<p><em>Tatyana Ryzhkova wurde 1986 in Weißrussland geboren und studierte Gitarre bei Prof. Thomas Müller-Pering an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Sie konzertiert weltweit und unterrichtet daneben an ihrer Gitarrenschule in Bremen und in Masterclasses. Zuletzt ist ihre CD „Dreams of a Russian summer“ erschienen. Tatyana ist auf vielen Online-Kanälen präsent:</em></p>
<p><a href="http://www.tatyana-guitar.com">http://www.tatyana-guitar.com</a><br />
<a href="https://www.youtube.com/stierauge">https://www.youtube.com/stierauge</a><br />
<a href="https://www.patreon.com/tatyana">https://www.patreon.com/tatyana</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/tatyanaryzhkova/">https://www.facebook.com/tatyanaryzhkova/</a><br />
<a href="https://twitter.com/TatyanaRyzhkova">https://twitter.com/TatyanaRyzhkova</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>As a classical guitarist, Tatyana Ryzhkova achieved the extraordinary: Concert and teaching activity around the globe, several CD recordings, a YouTube channel with more than 100.000 subscribers and videos with millions of clicks and a well thought out marketing concept of her own person on social media – being only 31 years of age! </em><em>GitarreKonkret talks to the guitarist about music and marketing and her strategy to juggle all of her activities.</em></p>
<p><strong>GitarreKonkret: Tatyana, as an artist you are very present on social media, you own a website and various channels like YouTube, Facebook and Twitter. Have I forgotten anything?</strong></p>
<p>TR: You are right. There is one more page I would like to mention, which is Patreon. Patreon is some kind of social media and might be helpful for other artists as well. It was created by musicians in the US and is meant to support creative people all over the world. It addresses those, who want to and have the means to support creative individuals in pursuing their art. It reminds me of crowdfunding, although crowdfunding is more about financing projects like CD productions. On Patreon, one can commit on a monthly basis and it’s built like a community, as for example Facebook. Messages can be posted and one can stay in touch with fans and supporters.</p>
<p><strong>GK: It sounds like patronage in the old days.</strong></p>
<p>TR: Indeed, but transferred to our modern time.</p>
<p><strong>GK: When did you start presenting yourself on those various online channels?</strong></p>
<p>TR: It all started with a video on YouTube. It was published in 2008 and remained the only one for a while before more were added later on. I’ve been on Facebook for 5 or 6 years now. You start out small and then it all grows.</p>
<p><strong>GK: Millions of people have watched your videos on YouTube and recently you received a gift from the company for having reached 100.000 subscribers. What is it that you get?</strong></p>
<p>TR: That was a nice surprise as I didn’t know this procedure existed in the first place! YouTube tries to support those who are posting on their platform and they have two milestones. 100.000 subscribers is the first one, 1 Million the second. For 100.000 subscribers you get a present: It’s some sort of silver button, the YouTube button, framed very nicely and having congratulations written on it. In addition, you receive a personal letter in which they express their enthusiasm and they also wish you the best of luck reaching the second milestone. I recently recorded myself opening the present as I wanted to share it with my fans. It’s not just mine, it’s our award. It all wouldn’t be possible without those people watching my videos!</p>
<p><strong>GK: Are you producing those videos yourself?</strong></p>
<p>TR: Yes and no. I’m not really doing it all on my own, but together with my husband, Evgeni Jolondz. He made the first video and has recorded all other videos on my channel ever since. He does the recording, sound, cut and everything else. So, it’s really the both of us together producing the material.</p>
<p><strong>GK: You are posting on a regular basis; how do you cope alongside your job as a musician?</strong></p>
<p>TR: Finding the right balance between teaching, practicing, preparing for concerts and being present on the internet isn’t always easy. Especially the internet is a tricky thing, you have to do it frequently and not disappear. Fans are expecting something of you and that means posting information and news about your artistic life on a daily basis. I have around 3 Facebook accounts and that is a lot. Receiving 40 to 50 messages a day not counting all the comments is a great thing! But on the other hand, it is very hard to deal with the lot and it’s not always possible to answer each and every one of them. That’s a pity and I’m trying to do it anyways. I discovered a program called Buffer recently helping me to post regularly. It might be useful for other musicians as well. It’s some sort of timetable where you can add and save your posts: You insert the material you want to post on your channels like Instagram, Facebook and Twitter adding day and time. It’s especially useful when being on the road or not having enough time to post on the channels several times a week. All you have to do is plan it in advance and the program does the rest. It’s a great help.</p>
<p><strong>GK: From my own experience, I know that marketing is not necessarily on your timetable during your music studies at music college. Have you experienced that yourself?</strong></p>
<p>TR: Absolutely. Most music colleges teach you to become good players. But once you’ve finished you ask yourself: “What shall I do now?” You can’t survive on playing at home and you have to secure an income, get concerts or teach, depending on what you want to do. That’s what I experienced in Weimar and after graduation, I had no clue how it all worked. I spent years testing. We were lucky that we started uploading on YouTube for fun and that it starting growing after a while. YouTube made my name more prominent and concert organizers started to come up to me offering concerts. So, the whole concert part was taken care of.<br />
I find it important that marketing becomes a part of the curriculum at music college, otherwise, we as musicians are a little lost.</p>
<p><strong>GK: So you taught yourself learning by doing, sometimes the hard way.</strong></p>
<p>TR: It’s something that affects all of us in the process of finding our own way. Many participate in competitions after graduation to make a name for themselves. With me, it was the internet.</p>
<p><strong>GK: Your third CD was published recently, did you break new ground producing and selling it?</strong></p>
<p>TR: It’s my third CD, but the first one we produced on our own. The first two I recorded in an Austrian studio. This one is our product from beginning to end and we are very happy with the result, for example concerning the quality of sound. I especially appreciate that we were able to do everything the way we wanted. It takes more time, a year in contrast to 3 or 4 days in the studio, but now we particularly approve of this product. Concerning the marketing and sales strategy: The CD is not yet vendible in stores, but it’s present on the internet and one can buy it from my online shop. Also, one can download it on Amazon and iTunes. Those are the hip and more successful distribution channels.</p>
<p><strong>GK: I saw that being a patron is a way of having your name printed onto the CD.</strong></p>
<p>TR: That was a campaign we published on Patreon. Registering as my patron and supporting me with at least a dollar until October 15<sup>th</sup> meant that your name was printed. We collected around 200 names and that was a great thing as it financed the production a great deal. People are happy holding a CD in their hands which has their name on it, it’s something nice for them too.</p>
<p><strong>GK: You are performing all over the world. What can an audience expect from a concert with Tatyana Ryzhkova?</strong></p>
<p>TR: Definitely an unconventional program. I don’t like following classical concert rules and I put together a very diverse selection of pieces so that my audience can hear the instrument’s different facets. I also involve the listeners into the concert. Communication with the audience is extremely important for me and it gives me the feeling of them being part of what happens on stage. Also, nobody wants to feel stupid just because they don’t know all the pieces because they are not a part of the classical guitar scene. I want to address and include every person who comes to my concerts. All in all: Diverse program, a lot of emotions and also entertainment for the audience.</p>
<p><strong>GK: How about your work as a guitar teacher?</strong></p>
<p>TR: I’ve been giving only private lessons for years now. Together with Evgeni, I opened up a guitar school in Bremen and in addition to that, I teach via Skype. Teaching is a very important part of my life as a musician. There are colleagues who do only one thing, playing concerts or teaching. But I can’t imagine doing one without the other and it wouldn’t make me happy. They complete each other. Coming home from concerts I enjoy being in contact with my students and building up to something good.</p>
<p><strong>GK: What would your advice for young guitarists, who are striving for an artistic career, be especially regarding the aspect of marketing?</strong></p>
<p>TR: I would advise to ask yourself: Who am I? What am I good at and what is my unique selling point? You have to find your own strengths, encourage them and present them. We can’t lock us up and only present us to the small circle of guitarists. We need a bigger audience for our poor classical guitar and have to make it more popular again, also filling bigger halls. There are great possibilities on the internet where there are no limits and borders. I can only recommend using the internet for your own purposes, but starting with your own strengths and cultivating your uniqueness.</p>
<p><strong>GK: Thank you so much for the interview, Tatyana!</strong></p>
<p><em>Tatyana Ryzhkova was born 1986 in Belarus and studied guitar with Prof. Thomas Müller-Pering in Weimar at the Hochschule für Musik Franz Liszt. She gives concerts all over the world and teaches at her own guitar school as well as in Masterclasses. Her CD “Dreams of a Russian summer“ was released recently. Tatyana uses all different kinds of social media:</em></p>
<p><a href="http://www.tatyana-guitar.com">http://www.tatyana-guitar.com</a><br />
<a href="https://www.youtube.com/stierauge">https://www.youtube.com/stierauge</a><br />
<a href="https://www.patreon.com/tatyana">https://www.patreon.com/tatyana</a><br />
<a href="https://www.facebook.com/tatyanaryzhkova/">https://www.facebook.com/tatyanaryzhkova/</a><br />
<a href="https://twitter.com/TatyanaRyzhkova">https://twitter.com/TatyanaRyzhkova</a></p>
<p><em> </em></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-tatyana-ryzhkova/">Interview mit Tatyana Ryzhkova</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Interview mit Hans Wilhelm Kaufmann</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/interview-mit-hans-wilhelm-kaufmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Viola Kromer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jan 2018 14:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GitarreKonkret spricht mit Hans Wilhelm Kaufmann, dem Gründer und künstlerischen Leiter der Rotenburger Gitarrenwoche, über das Festival, seinen besonderen Schwerpunkt in diesem Jahr und über Motivation, Durchhaltevermögen und darüber, wie [&#8230;]</p>
Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-hans-wilhelm-kaufmann/">Interview mit Hans Wilhelm Kaufmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-medium wp-image-4839" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2018/01/fullsizeoutput_13f4-199x300.jpeg" alt="" width="199" height="300" /></em></p>
<p><em>GitarreKonkret spricht mit Hans Wilhelm Kaufmann, dem Gründer und künstlerischen Leiter der Rotenburger Gitarrenwoche, über das Festival, seinen besonderen Schwerpunkt in diesem Jahr und über Motivation, Durchhaltevermögen und darüber, wie man angemessen ein Jubiläum begeht. </em></p>
<p><strong><br />
GitarreKonkret: Hans Wilhelm, du hast die Rotenburger Gitarrenwoche 1982 gemeinsam mit Grant Gustafson gegründet. Was war damals eure Motivation, ein solches Festival ins Leben zu rufen?</strong></p>
<p>Hans Wilhelm Kaufmann: Die Idee stammte ursprünglich von mir. Als 14-jähriger war ich das erste Mal auf einem Gitarrenkurs. Das war 1968 und danach bin ich jedes Jahr zwei Mal zu Kurswochen gefahren. Sie haben mich musikalisch und menschlich stark geprägt, deshalb wollte ich selbst eine Gitarrenwoche gründen. Irgendwann in den Siebzigern lernte ich Grant Gustafson bei einem Gitarrenfestival kennen. Wir wurden schnell Freunde und da er Anfang der Achtziger Gitarrenlehrer an der Musikschule Herford war, war er für mich der ideale Partner, um die Rotenburger Gitarrenwoche zu gründen.</p>
<p><strong>GK: Die Rotenburger Gitarrenwoche hat 2017 ihr 35jähriges Bestehen gefeiert, erst einmal herzlichen Glückwunsch hierzu. Was ist das Erfolgsgeheimnis für ein so langes Festivalleben? Was treibt dich persönlich als künstlerischer Leiter Jahr für Jahr an?</strong></p>
<p>HWK: Ich glaube das Wichtigste ist, dass mir die Arbeit als Organisator wirklich viel Freude macht. Ich finde es toll, Menschen zu begegnen, die extra anreisen und lernen wollen. Acht Tage lang können wir uns aufs Gitarrenspiel konzentrieren und brauchen uns um keine Alltagstätigkeiten zu kümmern. Das ist herrlich! Aber Emotion und Idealismus reichen nicht alleine aus: Ich werbe jedes Jahr für den Kurs, als wäre es meine allererste Veranstaltung. Ich versuche ständig, neue Teilnehmer*innen zu gewinnen. Ich habe andere Kurse erlebt, die hervorragend liefen, so dass alle gerne wiederkommen wollten, bis am Ende nur noch &#8220;Wiederholer*innen&#8221; dabei waren. Plötzlich blieben sie alle auf einmal weg, da war es zu spät, sich um neue zu kümmern.</p>
<p><strong>GK: Wie habt ihr denn das Jubiläum gefeiert?</strong></p>
<p>HWK: Wir haben schon einige Jubiläen gefeiert. Legendär war die &#8220;Lange Gitarrennacht&#8221; mit über 20 Künstler*innen, die alle mit der Rotenburger Gitarrenwoche verbunden waren. Das kann man schlecht wiederholen. Deswegen haben wir diesmal einen Komponisten eingeladen, ein Konzert für Gitarre und Gitarrenorchester zu schreiben und es mit uns aufzuführen. Luis Manuel Molina, ein kubanischer Gitarrist und Komponist, der uns seit vielen Jahren begleitet, hat dann für uns das &#8220;Concierto de Rotenburg&#8221; geschrieben, das wir am Ende der Gitarrenwoche 2017 uraufgeführt haben. Das war ein tolles Ereignis.</p>
<p><strong>GK: Wenn man sich für die Rotenburger Gitarrenwoche anmeldet, was erwartet einen dort?</strong></p>
<p>HWK: Viele der Teilnehmer*innen, die zum ersten Mal dabei sind, haben die Befürchtung, dass sie womöglich nicht gut genug spielen. Es dauert nur ein, zwei Tage, bis sie merken, dass alle freundschaftlich aufgenommen werden. Wenn ich die Gitarrenwoche in einer Schlagzeile zusammenfassen soll, würde ich sagen &#8220;being together&#8221; &#8211; wir wollen gemeinsam Musik machen, so wie das zu Hause oft nicht möglich ist. Vormittags gibt es zwar Einzelunterricht, aber schon der Nachmittag ist der Kammermusik gewidmet. Wir bilden Gruppen mit vorbereiteten Werken oder manchmal bringen Teilnehmer*innen auch selbst Werke mit. Abends proben wir dann alle zusammen im Gitarrenorchester und bereiten das Abschlusskonzert vor.</p>
<p><strong>GK: Ein Gitarrenfestival über 3 Jahrzehnte, was hat sich so über die Jahre verändert?</strong></p>
<p>HWK: Wir haben 1982 recht bescheiden angefangen. Wir waren nur zwei Dozenten &#8211; Grant Gustafson und ich. Dann kam noch Dirk Lemmermann dazu und ein paar Jahren später luden wir die ersten Gastdozent*innen ein. Danach fühlten wir uns ermutigt, auch aus dem Ausland Künstler*innen einzuladen und Konzerte zu organisieren. Als wir genügend Erfahrung hatten, fanden wir auch den Mut, mit den Teilnehmer*innen öffentlich aufzutreten. Immer wieder wurde das Festival ein klein wenig weiterentwickelt.</p>
<p><strong>GK: 2018 hat das Festival einen Schwerpunkt. Warum konzentriert es sich auf Frauen in der Gitarrenszene?</strong></p>
<p>HWK: Wir hatten schon ab und zu einen thematischen Schwerpunkt: Spanien zum Beispiel oder Lateinamerika. Das Schwerpunktthema &#8220;Frauen&#8221; entstand zufällig: Bei einem anderen Festival, bei dem ich Mit-Organisator war, standen als Gäste einmal zufällig &#8220;nur&#8221; Frauen zur Diskussion. Ein Kollege meinte, das sei nicht gut, besser wäre eine paritätische Besetzung. Komisch, auf die Idee war niemand gekommen, als in den Jahren zuvor &#8220;nur&#8221; männliche Künstler zur Diskussion standen. Da dachte ich mir, dieses Jahr mache ich einmal ein Festival nur mit Künstlerinnen, ohne dabei allzu dogmatisch zu werden.</p>
<p><strong>GK: Welche Reaktionen gab es bislang zu diesem Schwerpunkt?</strong></p>
<p>HWK: Es gibt noch nicht wirklich viele Reaktionen, zumal ich das auch nicht an die große Glocke hänge. Wir laden einfach dieses Mal Künstlerinnen ein und das ist gut so. Aber wenn ich Kollegen davon erzähle, ist die Reaktion immer gleich: &#8220;Das ist nicht gerecht!&#8221; Das sagte niemand, als wir nur männliche Dozenten hatten. Mein Ziel ist es, dass alles normal und üblich wird: nur Frauen, nur Männer oder gerne auch gemischt. Entscheidend ist, dass die Gäste zum Konzept der Gitarrenwoche passen.</p>
<p><strong>GK: Wer sind deine Gäste im Sommer 2018?</strong></p>
<p>HWK: Unsere Gastdozentinnen werden Raphaëlla Smits aus Belgien und Margarita Escarpa aus Spanien sein, die beide schon mehrfach auf der Gitarrenwoche waren und wunderbare Menschen sind: großartige Gitarristinnen und intensive, engagierte Pädagoginnen. Dazu haben wir noch zwei Preisträgerinnen vom &#8220;Budapaest International Guitar Competition&#8221;, die von uns ein Stipendium als beste weibliche Teilnehmerinnen bekamen: Jessica Kaiser aus Deutschland und Lotti Szalai aus Ungarn.</p>
<p><strong>GK: Du lädst Gitarristinnen und Gitarrenbauerinnen ein, aber auch die Orchesterwerke sind von Komponistinnen geschrieben. Wie schwer war es, hier Literatur zu finden?</strong></p>
<p>HWK: Es ist immer noch schwer. Favorit ist eine Komposition &#8211; &#8220;Niutao für Gitarrenorchester&#8221; &#8211;  von Violeta Dinescu, die ich sehr schätze. Aber ich muss noch prüfen, ob wir das mit den Teilnehmer*innen in den wenigen Tagen schaffen. Für ein weiteres Werk habe ich mich noch nicht entschieden.</p>
<p><strong>GK: Hans Wilhelm, herzlichen Dank für das Gespräch!</strong><strong> </strong></p>
<p><em><br />
Hans Wilhelm Kaufmann ist Gründer und künstlerischer Leiter der Rotenburger Gitarrenwoche. Er unterrichtet privat sowie an der Hochschule für Künste in Bremen Studenten im Hauptfach Gitarre und darüber hinaus die Fächer Methodik des Gitarrenunterrichts und Relative Solmisation. Als Solist und Mitglied im &#8220;Neuen KammerTrio&#8221; konzertiert er in vielen Ländern. Er ist regelmäßig Juror internationaler Gitarrenwettbewerbe.<br />
</em></p>
<p><em>Seit 36 Jahren bietet die Rotenburger Gitarrenwoche im Sommer ihren Teilnehmer*innen einen Kurs in familiärer Atmosphäre mit exzellenten Dozenten an. Auf dem Kursplan stehen Einzelunterricht, Kammermusik, Gitarrenorchester und die Internationalen Sommerkonzerte. Die diesjährige Kurswoche findet vom 28.7.2018 bis 5.8.2018 statt. Weitere Informationen bietet die <a href="http://www.rotenburger-gitarrenwoche.de">Internetseite</a>. Die Anmeldung erfolgt unter folgendem <a href="http://www.rotenburger-gitarrenwoche.de/de/anmeldung.html">Link</a>. Wer sich bis zum 1. Mai 2018 anmeldet, erhält 10% Rabatt auf die Kursgebühr.</em></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-hans-wilhelm-kaufmann/">Interview mit Hans Wilhelm Kaufmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Interview mit Bernard Hebb</title>
		<link>https://gitarrehamburg.de/interview-mit-bernard-hebb-19-12-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carla]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2016 09:18:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel & Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarrekonkret]]></category>
		<category><![CDATA[Szene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bernard Hebb wurde 1941 in den USA geboren. Erster Gitarrenunterricht bei Francis LaPierre. Studium an der Hochschule für Musik in Wien bei Prof. Karl Scheit, später auch dessen Assistent. Studienabschluss [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_758" style="width: 162px" class="wp-caption alignleft"><img aria-describedby="caption-attachment-758" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-758" src="https://gitarrehamburg.de/wp-content/uploads/2017/10/BernardHebb-1-e1507283967756-150x150.jpg" alt="" width="152" height="175" /><p id="caption-attachment-758" class="wp-caption-text">Foto: Manfred Pollert</p></div></p>
<p><strong>Bernard Hebb</strong> wurde 1941 in den USA geboren. Erster Gitarrenunterricht bei Francis LaPierre. Studium an der Hochschule für Musik in Wien bei Prof. Karl Scheit, später auch dessen Assistent. Studienabschluss „Solisten-Diplom“ mit Auszeichnung für Gitarre. Baute am Hamburger Konservatorium die akademische Gitarrenabteilung mit auf und wurde danach Professor an der Hochschule für Künste in Bremen. Diverse Preise und Auszeichnungen im In- und Ausland, Jury-Mitglied bei verschiedenen Internationalen Festivals, Gastprofessor an der „Escuela de Música de la Universidad de Guanajuato“ in Mexico. Veröffentlichungen im Trekel-Verlag, Acoustic Music Books u.a.. Mitbegründer der „Zevener Gitarrenwoche“. Zahlreiche Konzerte, CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen in Europa, den USA, Südamerika, Thailand und Australien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Interview führte <strong>Bernd Ahlert</strong>, Prof. für Gitarre in Hamburg und ehemaliger Student von Bernard Hebb.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Lieber Bernie, Du bist in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch! Vor kurzem hast Du auch ein Buch mit Lebenserinnerungen und Betrachtungen rund um die Gitarre veröffentlicht. Wie kam es dazu?</strong></p>
<p>Vielen Dank!  Wie es dazu kam, so ein Buch zu schreiben, kann ich durch ein Zitat aus meinem Buch gut erklären. Vor mehreren Jahren fragte mich ein Gitarrenbauer: „Bernard, Du hast so viel mit und um die Gitarre in Deinem Leben getan, warum schreibst Du nicht darüber, so dass andere über die Situation der Gitarre in Deiner Zeit lesen können.“ Mein Antwort war: „Ich  habe keinen großen Namen wie etwa Julian Bream oder John Williams, so warum sollte ich?“ Antwort: „Sicherlich, aber Du hast etwas getan, dass sie nicht getan haben, Du warst ein hauptamtlicher Professor für Gitarre und ein konzertierender Gitarrist“. Da ich danach öfter noch solche Bemerkungen von Gitarristen und Journalisten bei Gitarren Festivals hörte,  habe ich mich dazu entschlossen, es zu schreiben. „Over the Years, a Journey in Time“  ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben. Das Buch ist eine Kombination von Autobiographie, Zeitreise und Ratgeber. Ich fand es immer wichtig zu wissen, was Musiker in der Vergangenheit gemacht haben, um ihr  Berufsleben zu gestalteten. Vieles was die Musiker in der Vergangenheit taten, um berufliche Erfolge zu erzielen, ist übertragbar in die heutige Zeit . Was sich grundsätzlich geändert hat ist nur die Methode.</p>
<p><strong>Deine Karriere begann in den USA mit den „Mello Lads“, einer Band, in der Du E-Gitarre spieltest und auch versucht hast, Deinem Vorbild Les Paul nachzueifern. Wie passt das zusammen mit der klassischen Gitarre, bei der damals nicht wenige Lehrer die populäre Musik ablehnten?</strong></p>
<p>Also, nachgeeifert habe ich Les Paul nicht! Ich hatte und habe noch heute eine Vorliebe für seine Art E-Gitarren zu spielen und ich habe viele Ideen von ihm bekommen und in meine eigene Spielweise eingebaut. In Keene New Hampshire, wo ich zu Schule gegangen bin, gab es keine klassischen Gitarrenlehrer. Daher nahm ich Unterricht für  Plektrum Gitarre bei Francis LaPierre im Nachbarbundesstaat Massachusetts.   Durch einen Zufall fand ich eine Schallplatte mit dem Flamenco- und Klassik-Gitarristen Vicente Gomez. Das Stück, „Romance de Amore“, was auch auf dieser Platte war, hat mich umgehauen! Francis LaPierre war ein hervorragender Plektrum-Gitarrist und –Pädagoge, aber er hatte nur rudimentäre  Technikkenntnisse für die rechte Hand.</p>
<p><strong>Die dann folgende Studienzeit in Wien hat Dich wohl am intensivsten geprägt. Welche Bedeutung hatte Dein Lehrer Karl Scheit dabei und wie ging er mit dem Amerikaner Bernard um, der ja aus einer ganz anderen Welt kam?</strong></p>
<p>Abgesehen davon, dass mich Francis LaPierre sehr geprägt hat, kam nun ein weiterer, für die damalige Zeit sehr bedeutende Pädagoge dazu.  Prof. Karl Scheit in Wien hat mich auf eine ganze andere Weise außerordentlich geprägt. Scheit wollte, dass jeder Student seine Individualität behält und am Ende des Studiums eine Selbständigkeit besitzt. Der Ton war für Scheit sehr wichtig, was nicht bedeutete, dass jeder Student gleich klingen sollte, sondern er hat auf die persönliche Interpretation geachtet, eben nicht nur beim Ton sondern besonders auch bei der Interpretation. Ich kann nur für meine Zeit  in Wien (1965-1969) sprechen: Prof. Scheit hat allen Studenten &#8211; wenn Interesse vorhanden war &#8211; immer zusätzliche Unterstützung gegeben. Ein idealer Pädagoge!</p>
<p><strong>Du hast immer den Kontakt zu zeitgenössischen Komponisten gesucht und sie motivieren können, Musik für die Gitarre zu schreiben. Auch in Deiner Diskographie tauchen viele moderne Kompositionen auf. Was hat Dich dabei geleitet?</strong></p>
<p>Ich fand es notwendig, den für mich prägenden Zeitgeist als eine Verpflichtung anzusehen  und halte es für ein „Muss“, dass jeder Musiker sich mit seinem musikalischen-Zeitgeist auseinander setzt. Durch die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten entsteht eine Wechselwirkung zwischen Komponist und Interpret: Sie beeinflussen einander gegenseitig und dadurch wird der Interpret beteiligt an dem, was der Komponist schreibt. Der erste Kontakt zu modernen Komponisten fing in meiner Studienzeit an, als ich „Der Ton E“ und „Die Fantasie“ (aus der Sechs Musiken op. 25) von Hans Erich Apostel (1901-1972) vorgetragen habe und eine kurze Zeit später den ganzen Zyklus Apostel vorspielte. Die erste Uraufführung, welche ich spielen durfte, waren „Drei Stücke für Gitarre“ von Romayne Wheeler (geb. 1942), der ein Kompositionsstudent von Alfred Uhl (1909-1992) war. 1971 machte ich meine erste professionelle Uraufführung: „Für Soto“ von Walter Steffens (geb. 1934). Die Uraufführung fand am 18. November in der “Patriotischen Gesellschaft von 1765“ in Hamburg statt.</p>
<p><strong>In Deinem Buch beschreibst Du, dass Du als junger Student recht furchtlos an große Musikerpersönlichkeiten wie Menuhin und Rostropovich herangetreten bist. Was wollte der junge Hebb da von ihnen erfahren?</strong></p>
<p>Ich würde mich nicht als furchtlos beschreiben, ich war nur sehr neugierig und wollte von international bekannten Namen wissen, warum sie tun, was sie tun oder ganz einfach Rat holen und auch beobachten, wie sie auf meine Fragen reagieren. Als Interpret eines Instrumentes sollte nicht nur die eigene Fachrichtung interessieren, sondern sollte auch der Kontakt zu anderen Solisten anderer Instrumente wichtig sein. Man kann viel davon profitieren.</p>
<p><strong>Du hast in Deinem künstlerischen Leben viel Kammermusik gemacht und mit den unterschiedlichsten Sängern und Instrumentalisten zusammen gearbeitet. Wäre das auch eine Empfehlung für die heutige Studentengeneration oder sollte die lieber ihren Schwerpunkt auf das solistische Spiel legen?</strong></p>
<p>Aus praktischen Gründen finde ich das Solo-Spiel sehr wichtig, da es einem ermöglicht,   die  eigene Technik zu verfeinern/verbessern und auch eine individuelle Ausdrucksweise zu entwickeln, welche dann wiederum für die Kammermusik vorteilhaft sein kann. Aber Kammermusik ist, jedenfalls für mich, ein Muss für jeden Musiker! Durch das Musizieren mit anderen Instrumentalisten oder Sängern wird &#8211; in einer sehr positiven Art &#8211; der eigene Vortrag und die Denkweise flexibler und somit gestärkter.</p>
<p><strong>An Deinem letzten „Wirkungsort“, der Bremer Hochschule für Musik, gibt es eine sehr gut besetzte Abteilung für alte Musik. Welche Auswirkungen hatte das auf Dich und Deinen Unterricht?</strong></p>
<p>Auf mich hat es wenig Einfluss genommen, aber ich habe gern mit der Abteilung für Alte Musik zusammen gearbeitet. Beispielsweise haben meine Studenten in meiner Zeit an der Hochschule für Künste in Bremen dem jeweiligen Prof. für Laute vorgespielt. Durch die Aufführungspraxis der Renaissance und Barockzeit konnten sie durchaus  profitieren.</p>
<p><strong>Im 20. Jahrhundert haben große Spielerpersönlichkeiten wie Segovia, Lagoya, Presti, Bream und Williams die künstlerische Gitarrenszene geprägt. Heutige Künstler haben trotz besserer Technik und größerer medialer Möglichkeiten offenbar nicht mehr den gleichen Erfolg. Wie ist das zu erklären?</strong></p>
<p>In den 1960ern bis weit in die 1980er Jahre gab es bei den großen Musikfestivals wie den Salzburger Festspielen, den Bach-Tagen, dem Carinthischen Sommer u.a. jedes Jahr mindestens ein klassisches Gitarrenkonzert. Zurzeit lebt die Gitarre in einem Ghetto! Warum lebt sie in einem Ghetto? Ein Teil der Erklärung liegt bei die Gitarristen selbst: die Gitarristen haben u.a. die Gepflogenheit, den „normalen“ klassischen Konzertbetrieb kaum zu beachten. Ein Veranstalter hat mich einmal gefragt: „Die Gitarre hat ein sehr gutes und weitreichendes Repertoire. Warum spielen so viele Gitarristen „Effekthascherei –Kompositionen?“ Auch wurde moniert, dass die Kleidung oft unpassend ist.  Anders gesagt: Programmauswahl, Präsentation und Persönlichkeit sind wichtig. In meinem Buch gehe ich auf dieses Thema und  ähnliche Fragen ein.</p>
<p><strong>Wie schätzt Du die heutige Gitarrenpädagogik an den Hochschulen in Deutschland ein? Wird es mehr und mehr eine Ausrichtung von differierenden Spielstilen geben, die sich vielleicht auch bekämpfen, wie wir es von anderen Instrumenten schon kennen? Oder bewahrt uns der doch sehr soziale Status der Gitarre davor?</strong></p>
<p>Kann ich eigentlich kaum einschätzen. Ich habe beobachtet und selbst erfahren, wo solche Kämpfe hinführen können. Jeder Musiker/in mit  Konzert- und pädagogischem Standard hat etwas anzubieten und deswegen ist es müßig, über Kollegen negativ herzuziehen. Solches unkollegiale Verhalten könnte mehr über evtl. Unfähigkeiten von diesen Personen aussagen, wenn  solche Bemerkungen gemacht werden. Ein echter Profi hat so etwas doch gar nicht nötig!</p>
<p><strong>Obwohl die Gitarre im Musikschul-Ranking neben dem Klavier/Keyboard das beliebteste Instrument ist und gut ausgebildete Lehrer braucht, sind an den Musikhochschulen im Laufe der letzten Jahre überall Stellen abgebaut worden. Ich nenne hier für den Norden nur Hamburg, Bremen und Lübeck. Können wir Gitarristen unsere Interessen nicht richtig vertreten oder hat das auch noch andere Gründe?</strong></p>
<p>Nach meinen Recherchen gibt es zwei Haupt-Gründe:</p>
<p>Erstens: Das Rückgrat einer Musikhochschule ist das Orchester und dabei spielt die Gitarre keine Rolle wie z.B. Orchesterinstrumente wie Violine oder Flöte. Hochschulen können nicht auf hauptamtliche Lehrkräfte für Orchester- Instrumente verzichten. Dagegen tun sie es aber bei der Gitarre im Glauben, mehr sei nicht nötig.  Gute und kompetente Berater werden kaum noch gefragt. Entscheidungen werden oft von leitenden Personen innerhalb der Fachbereiche getroffen, die wenig oder so gut wie keine Ahnung von die Situation der Gitarre innerhalb Deutschlands Musikleben haben. Zweiter Grund: Der Lobbyismus! Wir Gitarristen spielen ein Instrument, das keine richtig starke „Deutschland weite“ Lobby hat, eine Lobby, die ordentlichen Druck bei den Musikhochschulen machen könnte. Lobbisten- Gruppen innerhalb der Hochschulen haben kaum Interesse an der klassischen Gitarre. Geht ein Professor für Gitarre in Pension, wird die Stelle mit Lehraufträgen besetzt. Ein gutes Beispiel hierfür ist meine Stelle an der Hochschule für Künste in Bremen.</p>
<p>Aber die Sparmaßnahmen treffen nicht nur die Gitarre. Auch das Klavier ist davon betroffen. Es ist ebenso ein Solo-Instrument wie die Gitarre, bzw. als Begleitinstrument gefragt. Ein Beispiel hier &#8211; früher hatte die Hochschule für Künste in Bremen fünf hauptamtliche Lehrkräfte für Klavier. Inzwischen gibt es für Klavier nur noch eine Professoren-Stelle. Es gäbe noch weitere Beispiele wie das Dirigieren oder die Kirchenmusik hier in Bremen.</p>
<p><strong>Welchen Einfluss siehst Du für die Gitarre durch Medien wie Youtube? Kann der Computer bzw. das Internet uns überhaupt beim Gitarre-Spielen helfen oder macht er es auf die Dauer vielleicht sogar ganz überflüssig?</strong></p>
<p>Das Internet kann man heutigen Tages nicht mehr weg denken! Jeder Musiker sollte lernen, damit umzugehen. Das ist aber leider nicht immer der Fall. YouTube erreicht ein weltweites Publikum und gibt jedem Instrumentalisten oder Sänger eine gute Chance, sich darzustellen. Das Internet ist eine hervorragende Unterstützung für jeden Musiker und deswegen ist es sehr wichtig darüber gute Kenntnisse zu haben.</p>
<p>Falls auch der Unterricht im Internet gemeint ist, kommt es sehr darauf an, wer der Lehrende dort ist. Da gibt es Unterschiede. Es ersetzt für meine Begriffe jedoch nicht den persönlichen Kontakt bei einem guten und regelmäßigen Unterricht.</p>
<p><strong>Du bist immer noch als Lehrer und Juror aktiv. Auf welchen Kursen oder Wettbewerben findet man Dich?</strong></p>
<p>Kurz gesagt: Auf der Zevener Gitarrenwoche, dem Kursus in Vallendar bei Koblenz,   den Gitarrentagen in Frankfurt an der Oder und Słubice/Polen, dem Aalborg International Guitar Festival in Dänemark, dem Stuttgart International Classic Guitar Festival.  Einladungen als Jury Mitglied kann ich nicht auflisten, sie kommen meistens kurzfristig.</p>
<p><strong>Was den Gitarrenbau betrifft habe ich den Eindruck, dass sich zwei grobe Richtungen entwickeln: Die moderne Leichtbauweise der Decke mit großer Lautstärke und die traditionelle Bauweise mit immer ausgeglichenerem Ton. Deutschland kommt hier eine bedeutende Rolle zu und man kümmert sich zunehmend mehr um alte Instrumente, deren Klang noch vor 30 Jahren niemand interessierte. Was passiert da?</strong></p>
<p>Es ist wie bei vielen Dinge im Leben, da kommt etwas Neues, Modernes und das „Alte“ wird erst einmal zur Seite geschoben oder gar vergessen. Genauso ist es mit dem Bau von klassischen Gitarren. Jahre später werden die Qualitäten der früheren Bauweise plötzlich wieder entdeckt, weil sie andere klangliche Qualitäten haben; Qualitäten, mit der die  moderne Bauweise nicht zurecht kommt. Auf jeden Fall, gibt es jetzt Gitarren für jeden Geschmack und ich finde das gut.</p>
<p><strong>Du hast in Deiner Laufbahn viele verschiedene Gitarren gespielt. Wie wichtig ist für Dich das Verhältnis von Instrument und Künstler beim Gitarre spielen?</strong></p>
<p>Ja, das stimmt und es ist sehr wichtig für mich! Wie jeder Gitarrist brauche ich jedenfalls eine Gitarre mit einer Klangfarbe und Ausdruckspalette, die zu meinen technischen Möglichkeiten und zu meiner künstlerischer Persönlichkeit passt. Julian Bream hat es einmal gut formuliert, er sagte sinngemäß: Ich möchte nicht eine Gitarre haben die mir sagt, was ich zu tun habe,  sondern ich möchte der Gitarre sagen, was sie tun soll.</p>
<p><strong>Du spielst heute wieder mehr Jazzgitarre im alten Stil und machst sogar Auftritte gemeinsam mit dem Jazzgitarristen Thomas Brendgens-Mönkemeyer in Clubs. Schließt sich hier ein Kreis, der mit den Mello Lads begann?</strong></p>
<p>Vielleicht. Ich würde es so ausdrücken: „Meine Vergangenheit holt mich ein und ich bin froh, dass sie  positiv ist!“</p>
<p><strong>Verrätst Du uns Dein Geheimnis für die Gitarrenbegeisterung bis ins hohe Alter?</strong></p>
<p>Eine Formel für Begeisterung, egal in welchem Alter, gibt es nicht, aber ich habe immer eine positive Einstellung zum Leben gehabt! Begeisterung hat mit Leidenschaft und der Liebe für oder zu einer bestimmten Sache zu tun. In meinem Fall ist es die Musik und die Gitarre. Was sicher wichtig ist: Ich lebe nicht in der Vergangenheit sondern mit der Vergangenheit! Meine Erfahrungen in der Vergangenheit benutze ich, um die Gegenwart für mich zu bereichern.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Interview und alles Gute!</strong></p>
<p>Mehr Informationen:</p>
<p><a href="http://www.bernardhebb-guitar.de/" target="_blank" rel="noopener">http://www.bernardhebb-guitar.de/</a></p>Der Beitrag <a href="https://gitarrehamburg.de/interview-mit-bernard-hebb-19-12-2016/">Interview mit Bernard Hebb</a> erschien zuerst auf <a href="https://gitarrehamburg.de">GitarreHamburg</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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